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28.07.2019 17:27 Alter: 84 days
Kategorie: Robert Laimer

SPÖ-Forderung: Volle Anrechnung der Karenzzeiten!


1. Was die SPÖ fordert:
Wir fordern die volle Anrechnung der echten Karenzzeiten bis zu 24 Monaten statt bisher max. 10 Monate für das erste Kind. Das beseitigt Nachteile von Müttern und Vätern bei Urlaubsansprüchen, der Kündigungsfrist oder dem Aufrücken im Gehaltsschema. 

2. Die wichtigsten inhaltlichen Punkte

  • Konkret soll die Karenzzeit, die von Vater oder Mutter tatsächlich genommen wird, bis zu 24 Monate auf alle Rechtsansprüche, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten, angerechnet werden. Das hat positive Auswirkungen auf die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche, auf die Dauer der Entgeltfortzahlung bei Krankheit, auf Kündigungsfristen und vor allem auf Vorrückungsstichtage im Zusammenhang mit dem Einkommen. 
  • Die Anrechnung wäre auch ein wesentlicher Beitrag für gerechtere Löhne für Frauen und für das Schließen der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern. 
  • Auch auf Frauenpensionen würde sich diese Anrechnung positiv auswirken. Insgesamt steigt das Lebenseinkommen von Frauen um rund drei Prozent, wenn die Karenz angerechnet wird. 
  • Alle Eltern brauchen aber die gleichen Chancen auf Anrechnung, daher führt kein Weg an einer gesetzlichen Umsetzung vorbei. 


3. Welche Kosten sind zu erwarten?
Kosten: werden berechnet 

4. In welchem Zeitrahmen?
Beschlussfassung: 02. Juli 2019 
Inkrafttreten: 01. August 2019 und gilt für alle Geburten ab diesem Zeitpunkt.

5. Wie unterscheiden sich die SPÖ-Forderungen von den Forderungen anderer Parteien?
Die SPÖ fordert diese Anrechnung schon lange. ÖVP und FPÖ wollen lediglich die Anrechnung durch Kollektivvertrag (KV), allerdings werden nicht in allen Kollektivverträgen die vollen Zeiten angerechnet. Außerdem gibt es noch 100.000 Beschäftigte, die gar keinem KV unterliegen. Aufgrund des Drucks der SPÖ und auch der Gewerkschaften wurde dann von der ÖVP-FPÖ-Regierung eine Anrechnung versprochen, passiert ist allerdings unter Türkis-Blau nichts. 

6. Zahlen, Daten und Fakten
In vielen Kollektivverträgen wurden bereits bei der Anrechnung von Karenzzeiten wichtige Verbesserungen erreicht. So etwa im Handel: Das neue Gehaltssystem des Handelskollektivvertrages bringt durch die volle Anrechnung von Karenzzeiten einer Frau mit zwei Kindern ein um drei Prozent erhöhtes Lebenseinkommen. Allerdings gibt es rund 100.000 betroffene Frauen, die überhaupt keinem Kollektivvertrag unterliegen und daher gar nicht davon profitieren. 

Beispiel: 
Die volle Anrechnung der Karenzzeiten bringt EUR 12.000 mehr für Frauen mit 2 Kindern. So verliert eine 35-Jährige Verkäufern, die mit 20 Jahren zu arbeiten begonnen hat, EUR 5.614 Einkommen, wenn sie mit einem Kind zwei Jahre in Karenz war. Hat sie zwei Kinder und war insgesamt vier Jahre in Karenz, verliert sie sogar EUR 11.788. Das heißt: Durch die volle Anrechnung gewinnt eine Verkäuferin in dieser Situation künftig rund EUR 12.000 an Lebenseinkommen.